Die neu entwickelten Fondsklassen in der NanoBaisse-Strategie

 

Normalerweise wird das Risiko von Fonds anhand der Volatilität (Standardabweichung) definiert. Die Volatilität ist vereinfacht ausgedrückt die Schwankungsbreite eines Fonds, wie viel Prozent er im Durchschnitt nach oben und nach unten schwankt. Häufig wird die Volatilität der letzten 250 Börsentage angegeben (ca. 1 Kalenderjahr).

 

Was nützt aber einem Anleger

  1. in Durchschnitt von beispielsweise 9 %, wenn der Fonds in der Spitze auch 50 % Minus hatte oder
  2. die Aussage über das letzte Jahr. Sie sagt nichts über das nächste Jahr aus. Es kommt regelmäßig vor, dass ein Markt relativ stabil nach oben geht = geringe Volatilität, jedoch wegen eines plötzlichen Ende eines Wirtschaftsbooms oder eines unvorhersehbaren Ereignisses (z.B. Terroranschlag) nach unten weg bricht. Hier können trotz vorhergehender geringer Volatilität Verluste von 50 % oder mehr auftreten.

 

Den Anleger interessiert:

 

Was kann ich verdienen?

Was kann ich verlieren?

 

Unsere Fondsklassen definieren wir deshalb nach dem Verlust- potential bei Kursrückgängen.

 

Wir stellen unseren Kunden die Frage:

 

Wie hoch darf der Verlust Ihres Depots zwischenzeitlich sein,

sodass sie trotzdem noch gut schlafen können?

 

Die Einteilung nach dem Verlustpotential ist haftungsmäßig zwar problematisch, denn es könnte ein Kunde zu uns kommen und uns vorwerfen, dass ein Fonds aus der Gruppe „Verlustpotential 10 %" nun doch 20 % Verlust machte, aber es ist unserer Meinung nach,

 

DAS, was der Kunde vor seiner Anlageentscheidung

wirklich wissen muss.

Telekom Aktienkurs Dt. Telekom Kurs von 1999 bis 2009

Wir glauben, dass den wenigsten Käufern der Deutschen Telekomaktie bewusst war, bzw. dass sie nicht ausführlich darüber aufgeklärt wurden, wie hoch das Verlustpotential bei einer Einzelaktie ist und wie viele Jahre oder Jahrzehnte sie warten müssen, bis sie ihr eingesetztes Kapital wieder haben.

Zur engeren Auswahl kommen die Fonds, die im Verhältnis zum Verlustpotential den besten Ertrag erwirtschaftet haben. Im Allgemeinen gilt, je höher die angestrebte Rendite ist, umso höher sind zwischenzeitlich auch die Schwankungen.

 

 

Die vier Fondsklassen in der NanoBaisse-Strategie

V … Verlustpotential aufgrund der bisherigen Fondshistorie oder aufgrund des aktuellen Investmentprozesses.

Fondsklassen  
Verlustpotential
V5   5 %*
V10 10 %*
V20 20 %*
V50+ 50 % und mehr

Der * bedeutet, dass für jede Gruppe eine Toleranz von 20% gilt, d.h. ein Fonds aus der Gruppe V20 kann durchaus auch einmal einen Ausreißer mit minus 23 % haben. Er würde trotzdem nicht in die Gruppe V50+ hochgestuft werden. Andererseits kann es sein, dass ein Fonds aus der Gruppe V50+ noch nie 50 % weniger Wert wurde. Der maximale Verlust lag bei 35 %. Dann würde er aber trotzdem eindeutig nicht in V20 fallen.

 

Zu erwartende Einstufungen der verschiedenen Arten einzelnen Fondskategorien:

V5



Defensiv gemanagte vermögensverwaltende Fonds, Renten-fonds mit kurzer Laufzeit, offene Immobilienfonds


V10



Rentenfonds, ausgewogen gemanagte vermögens-verwaltende Fonds


V20


Offensiv gemanagte vermögensverwaltende Fonds


V50+ 



 

Jeder klassische Aktienfonds und jede Aktie hat das Verlustpotential von 50 % und mehr, was die Jahre 2000 bis 2002 und 2008 belegen und erst recht die Weltwirtschaftskrise nach 1929.

 

Wir sind vorsichtig bei den Einstufungen. Und das Verlustpotential würde ein Kunde nur dann realisieren, wenn er an einem Höchst-punkt einsteigt, es dann nach unten geht und er genau am tiefsten Punkt verkaufen würde – das ist eher unwahrscheinlich, trotzdem statistisch gesehen nicht völlig auszuschließen.

 

Wir müssen aber auch betonen, dass es trotz gewissenhafter Prüfung unsererseits keine Garantie dafür gibt, dass Fonds nicht zwischenzeitlich einen höheren und längeren Verlust erleiden, als nach der Einstufung zu erwarten war. Aufgrund  unvorhergesehener politischer und wirtschaftlicher Ereignisse oder Naturkatastrophen (z. B. 11.9.2001, US-Hypothekenkrise, Klimawandel, …) kann es auch zu höheren Verlusten kommen, als unter den bisher bekannten Ereignissen der letzten hundert Jahre zu erwarten gewesen wäre.

Auch durch menschliches Versagen können außergewöhnliche Fehlentscheidungen des Fondsmanagement trotz jahrelanger Zuverlässigkeit nicht völlig ausgeschlossen werden.