Problemstellungen bei der Geldanlage

 

Problem Nr. 1: Inflation und Steuern vermindern kontinuierlich das Vermögen


Der Spitzenzins für Festgeld lag im Jahr 2008 bei ca. 5 %.


Nach Abzug der Abgeltungssteuer ab 2009 von 25 % zzgl. 5,5 % Solidaritätszuschlag und 8 % Kirchensteuer, also
insgesamt 28,38 % bleiben exakt netto 3,58 % übrig.


Wie hoch ist Ihre persönliche Inflationsrate? Das heißt, wie stark haben sich die Waren und Dienstleistungen, die Sie
regelmäßig kaufen bzw. in Anspruch nehmen, die letzten Jahre verteuert?


Viele Menschen haben den Eindruck, dass die Waren des täglichen Bedarfs mittlerweile in Euro nominal das gleiche
oder sogar mehr kosten als früher in DM. Demnach hätten sich die Preise seit der Euroeinführung Anfang 2002
verdoppelt. Das entspräche einer tatsächlichen Teuerung von 10,3 % pro Jahr.


Die offizielle Inflationsrate liegt deutlich niedriger. Wenn Sie der Meinung sind, dass die offi zielle Rate so auch auf Ihre
konsumierten Waren und Dienstleistungen Gültigkeit hat, dann gilt der nächste Absatz für Sie natürlich nicht.


Das bedeutet, auch wenn Sie Ihr Geld noch zum Spitzenzins von netto 3,58 % anlegen konnten, gleicht dies bei weitem
die schleichende Geldentwertung nicht aus. De facto verliert Ihr Vermögen tagtäglich an Kaufkraft.


Mehrere Finanz- und Wirtschaftswissenschaftler gehen davon aus, dass die Inflation aufgrund der Verschuldung vieler
Staaten und der massiven Geldmengen für die Rettung des

Weltfinanzsystems mittelfristig deutlich steigen wird.


Schlussfolgerung Nr. 1:
Um die schleichende Vermögensminderung durch Inflation und Steuern auszugleichen sind Erträge von deutlich mehr als 5 % pro Jahr nötig.


Anleihen und andere Rentenpapiere können deshalb nur beschränkt Einsatz finden.

 

 

Problem Nr. 2: Das Risiko von einzelnen Anlagen

 

Nettoerträge, das heißt nach Abzug von Steuern und Kosten über 5 % pro Jahr sind nicht risikolos erreichbar. Praktisch gibt es sogar auch für niedrigere Zinssätze keine risikolose Anlage. Auch jeder garantierte Zins ist nur solange sicher, solange der Garantiegeber sein Versprechen auch einhalten kann (siehe Zertifikate von Lehmann Brothers, die praktisch über Nacht wertlos wurden oder die Probleme des „sehr guten“ Festgeldes bei den isländischen Bankenwie der Kaupthing Bank).


Und das Risiko der schleichenden Geldentwertung bis zu einer Größenordnung, die schon als Abwertung bezeichnet werden kann, liegt auf jedem Sparbuch, jedem Tagesgeld und jeder Anleihe.


Für Renditen über 5 % p. a. muss man in unternehmerische Anlagen gehen. Dazu gehören auch Aktien oder direkte
Beteiligungen an unternehmerischen Tätigkeiten wie Schifffahrt, Vermietung, Waldbau, …


Das Risiko des Verlustes wird dabei immer geringer, auf umso mehr Anlagen man sein Geld streut.


Das würde im Bereich der Aktien bedeuten, nicht Einzelaktien, sondern Fonds mit vielen Aktien.


Nicht einzelne Anleihen, sondern viele Anleihen.


Schlussfolgerung Nr. 2:
Zielrenditen über 5 % pro Jahr sind nicht schwankungsfrei möglich. Eine breite Streuung des Vermögens auf verschiedene Anlagenarten verringert das Risiko deutlich.

 

 

Problem Nr. 3: Das Risiko von einzelnen Vermögensverwaltern


Gleiches gilt auch für Anlageprozesse in unterschiedlichen Börsen-phasen. Wir haben leider immer wieder beobachtet, dass Anlage-prozesse mehrere Jahre sehr gut funktionieren, aber in anderen Börsenphasen trotzdem versagen können oder nicht mehr so gute Ergebnisse bringen.


Um hier negative Überraschungen zu vermeiden, muss das Vermögen auf verschiedene Vermögensverwalter aufgeteilt
werden, deren Anlageprozesse nach unterschiedlichen Strategien aufgebaut sind.


Schlussfolgerung Nr. 3:
Eine Streuung des Vermögens auf verschiedene Vermögens-verwalter mit unter schiedlichen Anlageprozessen verringert das Risiko weiter.

 

 

Problem Nr. 4: Wechselnde Wirtschafszyklen und das Auf und Ab an den Börsen

Wer am 1.1.2000 weltweit in Aktien investierte, hat bis dato einen Verlust von sagenhaften 45%.


Das heißt aus 100.000,- EUR wurden 55.000,- EUR.


Ganz zu schweigen von den Nerven, die man noch dazu verloren hat.

Der obige Chart stellt nur die Wochenwerte dar. Auf Tagesbasis hatte man im März 2009 sogar zwischenzeitlich ein Minus von 62% auf dem Depot.

Bei Investition in die 30 größten Unternehmen (DAX) war es ähnlich.

Nun könnte man auf die Idee kommen, Aktien sind nicht die geeignete Anlage.


Sie haben Recht. Ungemanagte Aktiendepots sind nicht für einen Zeitraum von 10 Jahren, auch nicht für 20 Jahre
geeignet.

Extremfall: Mit japanischen Aktien wurde sogar die letzten 25 Jahre nichts verdient.

Die klassische Buy and Hold-Strategie nach dem Kostolany-Motto „Kaufen und Liegenlassen“ hat hier ganz unstrittig nicht zum Erfolg geführt.


Was wäre aber gewesen, wenn man immer am Tiefpunkt gekauft hätte und am Höchstpunkt wieder ausgestiegen wäre?


Aus den 100.000,- EUR wären ca. 800.000,- EUR geworden. Ein sehr gutes Ergebnis. In der Praxis schwierig umzusetzen.
Trotzdem kann man daraus folgende Regel ableiten.


Die Vermögensstruktur muss so flexibel aufgebaut sein, dass


• sowohl bei sehr gut laufender Wirtschaft, sprich hohes Wirtschaftswachstum usw. das Vermögen
ordentliche Erträge erzielt, als auch


• während einem Wirtschaftsabschwung oder einer Rezession nicht alle Gewinne wieder verloren werden.


Schlussfolgerung Nr. 4:
Gewinne aus positiven Trends müssen durch tägliches Risikomanagement abgesichert werden.

 

Dass dies in der Praxis tatsächlich auch möglich ist, sehen Sie anhand des Charts von einem unserer Vermögensverwalter.


Hier im Vergleich mit dem Weltaktienindex.

 

 

Problem Nr. 5: Der nicht völlig auszuschließende Worst Case (schlimmste Fall)


Vereinfacht ausgedrückt: Jede Firma, die jedes Jahr mehr Schulden macht ohne dass der Umsatz und der Gewinn ent- sprechend zunimmt, wird früher oder später seine Schulden nicht mehr bedienen können. Beim darauf folgenden Konkurs erhalten die Gläubiger nur mehr einen Teil oder auch gar nichts mehr ihres Geldes zurück.


Der Worst Case für unser Vermögen wäre der Zusammenbruch des jetzigen Finanzsystems, eine sehr hohe Inflation oder sogar eine Geldabwertung aufgrund der massiven Verschuldung der Industriestaaten und der überdurchschnittlichen Geldmengen-ausweitung, wie wir sie gerade in den letzten Monaten wieder gesehen haben.


Wir wissen nicht, ob sie in zwei Monaten oder 20 Jahren kommen wird, oder ob sie aufgrund wundersamer Geldpolitik der Zentralbanken und Regierungen überhaupt nicht eintreten wird.


Entscheidend wird dabei die Fähigkeit der Regierungen sein, das Vertrauen in die Währungen aufrecht zu erhalten. Sie können noch so viel Geld drucken. Sobald das Vertrauen nicht mehr groß genug ist, dass mit dem Geld, dass man heute hat, auch in einem Jahr noch gleichwertige Waren gekauft werden können, wird jeder versuchen diese Werthaltigkeit auf anderem Wege, d.h. über Waren oder beispielsweise über Gold zu erhalten.


Natürlich hat ein Staat wesentlich mehr Möglichkeiten als eine Firma. Da wir aber von niemandem die Garantie erhalten, dass der Worst Case nicht eines Tages doch eintritt, müssen wir ihn beim Aufbau der Vermögensstruktur berücksichtigen.


Es sollten auch im Worst Case, nicht alle Vermögenswerte wertlos werden. Im besten Fall sollten sogar hier einzelne Komponenten so deutliche Zuwächse bringen, dass der Verlust eines Teil-bereiches dadurch mehr als ausgeglichen wird.


Im Worst Case-Szenarios muss der


• überwiegende Teil in Sachwertanlagen (Immobilien, Schiffe, Gold, Silber, Holz, Aktien an Unternehmen, die Sachwerte herstellen, …) umgeschichtet werden, und


• nur ein sehr geringer Teil darf in Geldwerten bleiben (Tagesgeld, Festgeld, Anleihen, …).


Alle Vermögensverwalter die überwiegend in Rentenpapieren investiert sind, müssen in dieser Situation ausgetauscht
werden.


Aber auch eine reine Umschichtung in Aktien wird dabei mit Sicherheit nicht nur nicht ausreichen, sondern auch die falsche Aktion sein.


Börsenwerte werden zu dieser Zeit massive Verluste hinnehmen müssen, mit einer Ausnahme:
Im Worst Case ist ein starker Anstieg des Goldpreises wahrscheinlich. In den 30er-Jahren stiegen darauf hin gute
Goldminenaktien sogar bis zu dreimal kräftiger als der Goldpreis.


Zusätzlich können mit modernen Finanzmitteln Kursverluste von Aktien abgesichert werden.
Weiters gibt es marktneutrale Strategien, die Gewinne nicht aus den absoluten Kursgewinnen erzielen, sondern aufgrund
von Differenzen verschiedener Produkte.



Da niemand genau sagen kann, wie der Worst Case abläuft, ist unter Berücksichtigung von Schlussfolgerung Nr. 1: „Streuung des Vermögens verringert das Risiko“ eine entsprechende Streuung auf verschiedene Top-Vermögensverwalter vorzunehmen, die folgende Spezialgebiete sehr gut beherrschen:


• den direkten Handel mit Rohstoffen, auch bei fallenden Preisen


• Goldminenaktien


• Edelmetalle physisch


• Absicherung von Aktien bei starken Kurseinbrüchen


Schlussfolgerung Nr. 5:
Es muss ein Notfallplan für den Worst Case bestehen, durch den die Vermögenswerte überwiegend in Sachwerte umgeschichtet und abgesichert werden.

 

 

B. Zusammenfassung der Schlussfolgerungen

 

1. Um die schleichende Vermögensminderung durch Infl ation und Steuern auszugleichen sind Erträge von deutlich mehr als 5 % pro Jahr nötig.


2. Zielrenditen über 5 % pro Jahr sind nicht schwankungsfrei möglich. Eine breite Streuung des Vermögens auf
verschiedene Anlagearten verringert das Risiko deutlich.


3. Eine Streuung des Vermögens auf verschiedene Vermögens-verwalter mit unterschiedlichen Anlageprozessen verringert das Risiko weiter.


4. Gewinne aus positiven Trends müssen durch tägliches Risikomanagement abgesichert werden.


5. Es muss ein Notfallplan für den Worst Case bestehen, durch den die Vermögenswerte überwiegend in Sachwerte umge- schichtet und abgesichert werden.